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KFZ-Steuer einfach erklärt: Hubraum, CO2-Ausstoß und was E-Autos sparen

Wie wird die KFZ-Steuer berechnet und welche Faktoren spielen eine Rolle? Wir erklären Hubraum, CO2-Ausstoß und zeigen, wie viel Halter von E-Autos in Hamm sparen können.

KFZ-Steuer einfach erklärt: Hubraum, CO2-Ausstoß und was E-Autos sparen

Die Kraftfahrzeugsteuer gehört zu den laufenden Kosten, die jeder Fahrzeughalter in Deutschland einplanen muss. Doch wie genau wird die KFZ-Steuer berechnet? Welche Rolle spielen Hubraum und CO2-Ausstoß? Und stimmt es wirklich, dass E-Autos deutlich weniger oder gar keine Steuer zahlen? In diesem Ratgeber erklären wir dir die wichtigsten Faktoren der Kraftfahrzeugsteuer – verständlich, praxisnah und mit Blick auf Autohalter in Hamm und Umgebung.

Was ist die KFZ-Steuer und wer muss sie zahlen?

Die Kraftfahrzeugsteuer ist eine Bundessteuer, die für das Halten von Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen erhoben wird. Sobald dein Auto bei der Zulassungsstelle in Hamm angemeldet ist, bist du als Halter steuerpflichtig. Die Steuer wird jährlich fällig und direkt vom Zollamt (genauer: Hauptzollamt) eingezogen – meist per SEPA-Lastschrift.

Wichtig: Die Steuerpflicht beginnt mit der Zulassung und endet erst mit der Abmeldung oder Stilllegung des Fahrzeugs.

Wie wird die KFZ-Steuer berechnet?

Die Höhe der Steuer hängt von mehreren Faktoren ab. Seit 2021 gilt ein neues Berechnungsmodell, das stärker auf den CO2-Ausstoß setzt. Die wichtigsten Kriterien sind:

1. Hubraum (bei Verbrennungsmotoren)

Der Hubraum deines Motors bildet die Grundlage der Steuerberechnung:

  • Benziner: 2,00 Euro pro angefangene 100 cm³ Hubraum
  • Diesel: 9,50 Euro pro angefangene 100 cm³ Hubraum

Ein Beispiel: Ein Benziner mit 1.600 cm³ Hubraum zahlt 32 Euro Grundsteuer (16 × 2 Euro). Ein Diesel mit gleichem Hubraum zahlt 152 Euro (16 × 9,50 Euro).

2. CO2-Ausstoß (seit 2021 stärker gewichtet)

Zusätzlich zum Hubraum wird der CO2-Ausstoß besteuert. Seit 2021 gilt eine gestaffelte CO2-Komponente:

  • Freibetrag: Die ersten 95 g/km sind steuerfrei (bei Erstzulassungen ab 2021; bei älteren Fahrzeugen gelten höhere Freibeträge)
  • Staffelung: Je höher der CO2-Ausstoß über dem Freibetrag liegt, desto teurer wird es – in sechs Stufen von 2 Euro bis 4 Euro pro g/km

Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoß (z. B. große SUVs, Sportwagen) zahlen deutlich mehr als sparsame Kleinwagen.

3. Erstzulassungsdatum

Für Fahrzeuge, die vor dem 1. Juli 2009 erstmals zugelassen wurden, gelten andere Berechnungsgrundlagen (nach Hubraum und Schadstoffklasse). Auch das Datum der Erstzulassung zwischen 2009 und 2020 beeinflusst die Höhe des CO2-Freibetrags.

Beispielrechnungen: Was kostet die KFZ-Steuer konkret?

Beispiel 1: Kompakter Benziner (VW Golf)

  • Hubraum: 1.500 cm³
  • CO2-Ausstoß: 120 g/km
  • Erstzulassung: 2022

Berechnung:

  • Hubraum: 15 × 2 € = 30 €
  • CO2 über Freibetrag: 120 – 95 = 25 g/km
  • CO2-Steuer (Stufe 1): 25 × 2 € = 50 €
  • Gesamt: 80 € pro Jahr

Beispiel 2: Diesel-SUV (z. B. größerer BMW)

  • Hubraum: 2.000 cm³
  • CO2-Ausstoß: 160 g/km
  • Erstzulassung: 2023

Berechnung:

  • Hubraum: 20 × 9,50 € = 190 €
  • CO2 über Freibetrag: 160 – 95 = 65 g/km
  • CO2-Steuer (gestaffelt): ca. 150 €
  • Gesamt: ca. 340 € pro Jahr

Beispiel 3: Elektroauto (z. B. Tesla Model 3)

  • CO2-Ausstoß: 0 g/km
  • Steuerbefreiung bis 31.12.2030
  • Gesamt: 0 € pro Jahr (bis 2030)

Du siehst: E-Autos haben einen enormen Steuervorteil.

Steuervorteile für Elektroautos und Plug-in-Hybride

Reine Elektrofahrzeuge

Reine Elektroautos (BEV) sind bis zum 31. Dezember 2030 von der KFZ-Steuer befreit – unabhängig vom Kaufpreis oder Fahrzeuggewicht. Diese Regelung gilt für Fahrzeuge, die bis Ende 2025 erstmals zugelassen werden. Nach 2030 wird eine reduzierte Steuer fällig, die sich am zulässigen Gesamtgewicht orientiert.

Vorteil für Halter in Hamm: Wer heute auf ein E-Auto umsteigt, spart mindestens sieben Jahre lang die komplette KFZ-Steuer – bei einem Verbrenner wären das schnell 500 bis 1.000 Euro.

Plug-in-Hybride

Plug-in-Hybride (PHEV) profitieren ebenfalls von Steuererleichterungen, allerdings nicht in gleichem Maße. Die Steuer wird nach dem reduzierten CO2-Ausstoß berechnet, der im NEFZ- oder WLTP-Zyklus gemessen wird. In der Praxis zahlen PHEV-Halter oft 50–70 % weniger Steuer als vergleichbare reine Verbrenner.

Weitere Faktoren: Oldtimer, Saisonkennzeichen und Anhänger

Oldtimer mit H-Kennzeichen

Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind und ein H-Kennzeichen tragen, zahlen eine Pauschalsteuer von 191,73 Euro pro Jahr (PKW) bzw. 46,02 Euro (Motorräder) – unabhängig von Hubraum und CO2-Ausstoß.

Saisonkennzeichen

Wer sein Fahrzeug nur einen Teil des Jahres nutzt (z. B. Cabrio, Motorrad), kann mit einem Saisonkennzeichen Steuern sparen. Die Steuer wird dann nur für die Monate der Zulassung berechnet.

Anhänger

Für Anhänger wird die Steuer nach zulässigem Gesamtgewicht berechnet – zwischen 7,46 Euro (bis 200 kg) und mehreren hundert Euro für schwere Anhänger.

Tipps: So kannst du KFZ-Steuer sparen

  1. Beim Autokauf auf niedrigen CO2-Ausstoß achten: Schon 10 g/km weniger können 20–40 Euro Steuerersparnis pro Jahr bedeuten.
  2. E-Auto oder Plug-in-Hybrid in Betracht ziehen: Die Steuerbefreiung bis 2030 macht E-Autos attraktiv – auch für Pendler zwischen Hamm, Dortmund und Münster.
  3. Saisonkennzeichen nutzen: Wenn du dein Fahrzeug nur im Sommer nutzt, zahlst du anteilig.
  4. Alte Diesel rechtzeitig wechseln: Ältere Diesel ohne Partikelfilter zahlen deutlich mehr Steuer.
  5. Steuerrechner nutzen: Das Bundesfinanzministerium bietet einen kostenlosen Online-Rechner zur Steuerberechnung an.

Wo und wie wird die KFZ-Steuer bezahlt?

Die KFZ-Steuer wird automatisch vom zuständigen Hauptzollamt eingezogen. Bei der Zulassung deines Fahrzeugs in Hamm gibst du ein SEPA-Lastschriftmandat ab. Die Steuer wird dann jährlich (bei Beträgen über 500 Euro auch halbjährlich oder vierteljährlich) abgebucht.

Wichtig: Achte darauf, dass dein Konto gedeckt ist – bei Rücklastschriften können Gebühren und im Extremfall sogar die Stilllegung des Fahrzeugs drohen.

Lokale Perspektive: KFZ-Steuer und Mobilität in Hamm

Für Autohalter in Hamm spielen die laufenden Kosten eine wichtige Rolle – gerade, wenn das Fahrzeug täglich für Pendelstrecken ins Ruhrgebiet oder nach Münster genutzt wird. Die KFZ-Steuer ist dabei nur ein Baustein neben Versicherung, Sprit und Wartung.

Wer in Hamm ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug sucht, sollte die Steuerkosten von Anfang an einkalkulieren. Auf unserem Fahrzeugmarkt findest du eine große Auswahl an Fahrzeugen – vom sparsamen Kleinwagen bis zum modernen E-Auto.

FAQ: Häufige Fragen zur KFZ-Steuer

Wie hoch ist die KFZ-Steuer für meinen PKW?

Das hängt von Hubraum, CO2-Ausstoß und Erstzulassungsdatum ab. Nutze den offiziellen Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums oder schaue in deinen Fahrzeugschein (Teil I) – dort findest du alle relevanten Daten.

Muss ich die KFZ-Steuer selbst berechnen?

Nein, das Hauptzollamt berechnet die Steuer automatisch nach der Zulassung und teilt dir die Höhe schriftlich mit.

Sind E-Autos wirklich steuerfrei?

Ja, reine Elektrofahrzeuge sind bis Ende 2030 vollständig von der KFZ-Steuer befreit – vorausgesetzt, sie wurden bis Ende 2025 erstmals zugelassen.

Was passiert, wenn ich die KFZ-Steuer nicht zahle?

Bei Nichtzahlung drohen Mahngebühren, Zwangsvollstreckung und im schlimmsten Fall die Stilllegung deines Fahrzeugs durch die Zulassungsstelle.

Kann ich die KFZ-Steuer von der Steuer absetzen?

Private Fahrzeughalter können die KFZ-Steuer in der Regel nicht absetzen. Selbstständige und Unternehmen können sie als Betriebsausgabe geltend machen, wenn das Fahrzeug betrieblich genutzt wird.

Wie wirkt sich ein Fahrzeugwechsel auf die Steuer aus?

Bei Abmeldung des alten Fahrzeugs wird die Steuer anteilig erstattet. Für das neue Fahrzeug wird ab Zulassung eine neue Steuer fällig.

Zahlen Oldtimer weniger Steuer?

Fahrzeuge mit H-Kennzeichen (mindestens 30 Jahre alt) zahlen eine Pauschalsteuer von 191,73 Euro pro Jahr – das kann günstiger oder teurer sein als die reguläre Steuer, je nach Hubraum und CO2-Ausstoß.

Lohnt sich ein Diesel noch steuerlich?

Moderne Diesel mit niedrigem CO2-Ausstoß können sich trotz höherer Hubraumsteuer lohnen – vor allem bei hohen Jahreskilometern. Ältere Diesel ohne Partikelfilter sind steuerlich deutlich teurer.


Fazit: Die KFZ-Steuer ist ein wichtiger Kostenfaktor beim Autobesitz. Wer die Berechnungsgrundlagen kennt und beim Fahrzeugkauf auf Hubraum und CO2-Ausstoß achtet, kann langfristig sparen. E-Autos bieten bis 2030 einen klaren Steuervorteil – eine Überlegung wert für alle, die in Hamm und Umgebung nachhaltig mobil sein möchten.